Postgraduierten-Projekt

Das Postgraduierten-Projekt gibt Absolvent*innen der Studiengänge Regie Schauspiel und Regie Musiktheater der Hochschule für Musik und Theater Hamburg die Möglichkeit, eine Inszenierung am Jungen Schauspielhaus zu erarbeiten. Dabei soll ein forschender Ansatz verfolgt werden und es sollen innovative Theaterformen für ein junges Publikum entwickelt und erprobt werden. Die Inszenierung kann sich dabei an Kinder oder Jugendliche aller Altersstufen richten und wird regulär in den Spielplan des Jungen Schauspielhauses aufgenommen. Das Postgraduierten-Projekt entsteht in Kooperation mit der Theaterakademie der Hochschule für Musik und Theater. Neben dem Ensemble und der Dramaturgie des Theaters können auch weitere Studierende und Absolvent*innen der Hochschule für Musik und Theater mitwirken wie Schauspieler*innen, Komponist*innen, Musiker*innen. Eine Auswahlkommission bestehend aus Vertreter*innen des Jungen SchauSpielHauses und der Theaterakademie entscheidet, wer das Postgraduierten-Projekt leitet und die Regieposition bekleidet.

Das erste Postgraduierten-Projekt feierte im Mai 2022 Premiere: „Out There“ von Stanislava Jević nach einer Idee von Dominique Enz (Regie: Dominique Enz) gewann den Jugendstückepreis des Heidelberger Stückemarkts 2023. Im Juni 2023 hat das zweite Postgraduierten-Projekt „Onkel Wanja – denn sie verdienen nicht was sie tun“ nach Motiven von Anton Čechov Premiere (Regie: Lorenz Nolting).

Das Postgraduierten-Projekt findet 2024 zum dritten Mal am Jungen SchauSpielHaus Hamburg statt und wird ermöglicht durch die Claussen-Simon-Stiftung.

Claussen Simon Stiftung

Postgraduierten-Projekt für 2025 vergeben

In der Spielzeit 2024/2025 wird am Jungen SchauSpielHaus Hamburg das vierte Postgraduierten-Projekt realisiert. Im Rahmen des diesjährigen Auswahlprozesses fiel die Wahl auf den vielversprechenden Nachwuchsregisseur Till Doğan Ertener. In Zusammenarbeit mit der Autorin Lena Reißner entsteht unter dem Arbeitstitel „Nils Holgersson rettet Europa?“ eine Inszenierung für Menschen ab 10 Jahren. Wir gratulieren!

Ausgehend von einer kritischen Betrachtung des Ursprungs der schwedischen Kindererzählung, die 1906 als 800 Seiten schwerer, patriotischer Bildungsroman für den Geographie- und Naturkundeunterricht verfasst wurde, untersucht die Inszenierung, wie im Theater für Kinder ein gegenwärtiges Europa und die Konstruktion nationaler Identität verhandelt werden kann. In der dramatischen Überschreibung des Klassikers von Selma Lagerlöf begibt sich Nils Holgersson auf eine neue Reise, fliegt mit den Gänsen über einen krisenbehafteten Kontinent und befragt aus der Vogelperspektive, in welchen gesellschaftlichen Zusammenhängen und geprägt von welchen Veränderungen und Herausforderungen er in Europa aufwächst. Die Inszenierung verspricht eine Auseinandersetzung mit wichtigen gesellschaftlichen Themenfeldern der Gegenwart und stellt ein wagemutiges künstlerisches Unterfangen dar.

Im Rahmen des Postgraduierten-Projekts bekommen Regieabsolvent*innen aus der benachbarten Theaterakademie der Hochschule für Musik und Theater die Möglichkeit, eine Produktion am Jungen Schauspielhaus zu realisieren. Ermöglicht wird es durch die Claussen-Simon-Stiftung.

Till Doğan Ertener / (c) Jona K. Dohr

Ferdinand, der Stier 10+

Bühne frei für Ferdinand, den jungen spanischen Stier, der sich lieber an den Blumen seiner Weide erfreut, als mit den anderen Stieren seine Kräfte zu messen. Während diese versuchen, sich an Temperament und Stärke zu überbieten, liebt Ferdinand die friedliche Ruhe seiner blumigen Welt. Selbst als Ferdinand eines Tages durch ein Missverständnis für einen Stierkampf erwählt und in die Arena geführt wird, bleibt er friedfertig wie immer. Damit bringt er die Toreros zur Verzweiflung und der blutige Stierkampf, die gewaltsame Unterwerfung und das Prahlen im Jubel des Unterhaltungsspektakels laufen ins Leere. 

Das 1936 vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs erschienene Buch von Munro Leaf ist nicht zuletzt aufgrund seines pazifistischen Impetus ein in viele Sprachen übersetzter Meilenstein der Kinderbuchliteratur. In Anlehnung an diesen Klassiker wird der vielversprechende Nachwuchsregisseur Alexander Klessinger in Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Enrique Fiß und dem Hamburger Rapper Inspektah eine Inszenierung zwischen Schauspiel, Musiktheater und Konzert auf die Studiobühne des Jungen SchauSpielHauses bringen und damit normative Rollenbilder von Männlichkeit und zügellose Naturaneignung hinterfragen. Alexander Klessinger ist Absolvent des Regiestudiums an der Theaterakademie Hamburg und wurde für das Postgraduierten-Projekt der Spielzeit 2023/24 ausgewählt. 

nach Munro Leaf

Regie: Alexander Klessinger

Premiere am 9/3/2024 im Studio Wiesendamm

Alle Infos zum Stück
Ferdinand, der Stier / Foto: Sinje Hasheider / Grafikdesign: Bearbeitung. Andreas Haase

Die Projekte der letzten Jahre:

Onkel Wanja 8+

nach Motiven von Anton Čechov
Regie: Lorenz Nolting
Onkel Wanja / Sinje Hasheider
Studio Wiesendamm

Out There 14+

von Stanislava Jević nach einer Idee von Dominique Enz
Regie: Dominique Enz
Out There / Sinje Hasheider
Studio Wiesendamm